Fakta09

Das Kriegsschiff - Vasa

Am 10. August 1628 sank die „Vasa“. 333 Jahre später wurde das Kriegsschiff des schwedischen Königs Gustav II Adolf geborgen. Sie offenbart die Geschichte eines missglückten Großprojektes.

Einen 69 Meter langen, 52 Meter hohen Dreimaster zu konstruieren übertraf alles bislang Dagewesene. Da man im 17. Jahrhundert keine theoretische Stabilitätsberechnung kannte, musste sich der Schiffbaumeister Henrik Hybertsson auf bisherige Erfahrungen verlassen.

Die „Vasa“ sollte jedoch nicht nur das größte, sondern auch das am besten bewaffnete Kriegsschiff im Kampf gegen Polen werden. Und so gab der König ein zweites Kanonendeck in Auftrag. Mit 64 Kanonen an Deck entsprach die Feuerkraft der „Vasa“ der, der gesamten polnischen Flotte.

Mit dem zusätzlichen Gewicht stimmten Statik und Proportionen nun erst recht nicht mehr. Das Schiff war toplastig und neigte sich bereits bei leichten Winden zur Seite.

Durch vorherige Experimente war diese Gefahr bekannt. Dennoch schickte man die „Vasa“ 1628 auf Jungfernfahrt.

Das prächtige schwedische Kriegsschiff legte von Salutschüssen begleitet ab. Bereits nach wenigen Metern legte es sich, bedingt durch leichte Winde, schräg. Durch die zu tief liegenden Kanonenpforten floss Wasser in den Rumpf und die „Vasa“ begann noch im Hafenbecken, unter den Augen zahlreicher Schaulustiger nach ca. 1 km Fahrt zu sinken.

Dort blieb sie auch erst einmal, bis der Meeresarchäologe Anders Franzen 1954 bis 1956 jeden Sommer nach der „Vasa“ suchte. Er verwendete Dokumente aus dem 17. Jahrhundert als Vorlage und zog von einem Boot aus einen Dregganker hinter sich her. Dieser verfing sich am 25. August 1956 an einem großen Gegenstand aus Eichenholz, dem Wrack der „Vasa“.

1957 spülten Taucher Tunnel für die Verlegung von Stahltrossen unter dem Wrack aus. Damit war der erste Schritt für eine aufwändige Bergung gemacht.

An den Stahltrossen wurde das Schiff langsam angehoben und erschien 1961 zum ersten Mal wieder an der Wasseroberfläche.

Zum Vorschein kam nicht nur das weltweit einzig verbliebene Schiff aus dem 17. Jahrhundert, sondern auch ein großer Teil des prachtvollen Aussehens der „Vasa“.

Hunderte geschnitzte Figuren, Ornamente, Tausende Münzen, ungesetzte Segel und persönliche Habseligkeiten der Besatzung kamen zum Vorschein. All diese Fundstücke, sowie das Holz der „Vasa“ sind aufgrund der natürlichen Bedingungen am Meeresgrund wie Kälte, Dunkelheit, Schlick sowie einem niedrigen Sauerstoffgehalt außergewöhnlich gut erhalten.

Nachdem 14.000 Holzteile einzeln  konserviert und danach wieder zusammengesetzt wurden steht die „Vasa“ heute in dem 1990 eigens für sie gebauten Museum. Das mit mehr als einer Millionen Gästen pro Jahr, das am besten besuchte Museum Skandinaviens ist.
 

Quellen:
https://www.vasamuseet.se/de
https://www.welt.de/geschichte/article115729079/Pfusch-versenkte-Schwedens-Superschlachtschiff.html
https://www.welt.de/geschichte/article203224878/Meeresarchaeologie-Das-Wrack-der-Vasa-bekommt-Verstaerkung.html


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