Fakta07

„Die beste Partei“ regiert Islands Hauptstadt

Anders als im Rest der Welt ließ man in Island während der Finanzkrise 2008 konsequent die Banken pleite gehen und bat statt dem Steuerzahler deren Gläubiger zur Kasse. Die Wut der ansonsten ziemlich friedfertigen Bevölkerung spülte 2010 den Künstler und Punk Jon Gnarr mit einer neugegründeten Satirepartei „Die beste Partei“ ins Bürgermeisteramt von Reykjavik.

Sein Wahlkampf war eine Satire auf den üblichen Politikbetrieb, für Gnarr „absurdes Theater“ und ein „Paket ohne Inhalt“. Gnarrs „beste Partei“ dagegen versprach jedem Besucher eines öffentlichen Schwimmbads die kostenlose Benutzung eines Handtuchs und forderte, Korruption müsse „transparent“ gehandhabt werden.

Als Gnarr nach der gewonnenen Wahl ins Rathaus einzog, wurden in Reykjavik Wetten abgeschlossen, dass er nach spätestens einem Jahr das Handtuch werfen würde. Es kam anders. Gnarr ging eine Koalition mit den Sozialdemokraten ein und machte sich an die Arbeit. Er sanierte die maroden Finanzen der Stadt, verschlankte die Verwaltung, ordnete den öffentlichen Nahverkehr neu. Heute geben sogar seine Gegner zu, dass er als Bürgermeister ein Glücksfall für die Stadt war. Wobei ihm zugute kam, dass sich Island von der Krise schneller als erwartet erholt hat.

Es fließt wieder Geld in die Kassen, überall wird gebaut, die Touristen kommen in Scharen. Nicht nur die Ökonomie, auch das Selbstbewusstsein der Isländer hat sich stabilisiert. Jon Gunnar Kristinsson, alias Jon Gnarr, hatte gute Chancen, wiedergewählt zu werden. Aber er mochte nicht mehr. Vier Jahre im Amt waren genug. Das Leben, sagt er, habe mehr zu bieten. 


Quellen:
https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Mehr-Punk-weniger-Hoelle-/story/25977893
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B3n_Gnarr


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