Fakta03

Das Gesetz von Jante …

…(dän./norw.: Janteloven, schwed.: Jantelagen) ist ein stehender Begriff, der auf Aksel Sandemoses (1899–1965) Roman Ein Flüchtling kreuzt seine Spur (En flyktning krysser sitt spor, 1933) zurückgeht. Darin beschreibt Sandemose das kleingeistige Milieu einer dänischen Kleinstadt namens Jante und den Anpassungsdruck, welchen Familie und soziales Umfeld auf den heranreifenden Jungen Espen Arnakke ausüben.

Das Gesetz von Jante ist als Verhaltenskodex sozialer Spielregeln im skandinavischen Kulturraum verstanden worden. Obwohl ursprünglich als Kritik an sozialen Zwängen gemeint, hat sich die Bedeutung von Jante dahingehend gewandelt, dass es auch Personen kritisieren kann, die sich über ihre soziale Gruppe stellen wollen oder „für etwas Besseres halten“.[1] Seine nachhaltige Verankerung in der Öffentlichkeit verdankt der Kodex vermutlich dieser Ambivalenz: Von den einen wird er als – im Kern berechtigte – Begrenzung egoistischen Erfolgsstrebens positiv aufgefasst; andere sehen im Gesetz von Jante die Unterdrückung von Individualität und persönlicher Entfaltung festgeschrieben.

In einer anthropologischen Perspektive könnte Janteloven auf eine mögliche typisch skandinavische Selbstzügelung im gesellschaftlichen Miteinander hinweisen: An den Tag gelegte Bescheidenheit vermeidet Neid und sichert den Erfolg des Kollektivs.

 

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Janteloven
www.uni-muenster.de/CareerService/blog-erasmus/alter-schwede/
www.klip.de/das-sind-wir/klipbox/archiv/news//unterwegs-im-land-des-janteloven/

 

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