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Mit HASA zum Erfolg! - Den ersten deutschen Schulabschluss in der Tasche

Nurhan Ibrahim war zuerst nervös. Ihr Vortrag „Die Geschichte der arabischen Sprache“, brachte ihr in der Präsentationsprüfung eine sensationelle 1,0 als Note und nun trug die seit 2015 in Deutschland lebende Syrerin ihr Thema im Saal der VHS vor den Gästen der Abschlussfeier vor.

Sie erläutert die Schriftzeichen, erklärt warum der Koran und die arabische Sprache so eng verbunden sind und den Stellenwert von Poesie in dieser Bildungs- und Kultursprache.

"Es ist eine große Freude heute Abend bei der Zeugnisübergabe dabei zu sein. Ich bin sehr stolz auf ihre Leistungen“. Mit diesen Worten an die Absolvent/innen begann die Laudatio von Bernd Wörner-Peisler, Komunale Arbeit Offenburg (KOA). Sieben von zehn der zur Prüfung angemeldeten Teilnehmenden haben es geschafft. Den ersten deutschen Schulabschluss zu erlangen, das war nicht immer einfach. „Aber das Konzept war erfolgreich“, so Wörner-Peiseler. Erwachsene in der Tageshauptschule, unterstützt von Lehrer/innen und pädagogischen Mitarbeitenden, um Hemmnisse unterschiedlichster Natur, auf dem zum Hauptschulabschluss aufzulösen.

Für Teilnehmerin Diana Schwarz, alleinerziehende Mutter, war es wichtig, „dass meine Tochter in der Zeit gut versorgt ist“, für Yousef Abdo, Tayeba Akbary und Nurhan Ibrahim stellten die Defizite der deutschen Sprache noch ein Problem dar. Selbst für die Mathematikaufgaben müssen die Sprachkenntnisse ausreichend sein, denn „der Rechenweg zu den Aufgaben ist nicht die größte Hürde, zuerst muss ich verstehen, was zu rechnen ist“! Das gilt auch für das Prüfungsfach „Politische und wirtschaftliche Bildung“, eines der drei Pflichtfächer neben Deutsch und Mathematik.

Den Preis für den besten Abschluss erhielt Florineta Ademi, eine junge Frau mit serbischen Wurzeln. Sie konnte im Rahmen der Maßnahme ein Praktikum in einem Bestattungsunternehmen absolvieren. „Das ist mein Traumberuf“, so Ademi, „das Gespräch mit Angehörigen und die letzte Ehre eines verstorbenen Menschen würdigen, das ist mein Berufsziel“.

Welche Pläne verfolgen die erfolgreichen Absolvent/innen mit ihrem ersten Schulabschluss in Deutschland? Für Tayeba Akbary, eigentlich aus Afghanistan, ist die Frage schnell beantwortet. „Ich arbeite bereits als Hilfskraft in der Altenpflege und kann nun eine Berufsausbildung beginnen. Im Herbst geht es los. Mit der Ausbildung  zur Altenpflegehelferin kann ich gleichzeitig meine Deutschkenntnisse weiter verbessern“. Möglich wird das durch eine Maßnahme, die neben den beruflichen Inhalten auch die Sprachkompetenz erweitert.

„Wir danken allen Beteiligten, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Durch das gute Zusammenspiel von Lehrer/innen, persönlichen Ansprechpartner/innen bei der KOA und dem Einsatz der VHS Kolleg/innen ist es gelungen eine optimale  Lernatmosphäre zu schaffen“, so Alfred End, VHS Abteilungsleiter Beruf. Die glücklichen und stolzen Gesichter der Absolvent/innen geben ihm recht.

Foto (VHS) von links: Tayeba Akbary, Yousef Abdo, Diana Schwarz, Florineta Ademi, Eman Shamo, Nurhan Ibrahim (es fehlt Natalie Mozar)

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